Interview mit Sanna von WKP

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Während seines Besuchs bei der WKP Foundation in Denpasar führte Alexander Rachor ein Interview mit deren Projektkoordinator Sanna durch, der als unser Ansprechpartner vor Ort fungiert.

Seit wann arbeitest Du bei WKP?

Ich bin seit 2004 Mitglied der WKP Foundation und arbeite dort ehrenamtlich als Projektkoordinator.

Was hat Dich dazu motiviert?

Besonders motivierend ist es für mich mit meiner Arbeit bei WKP Menschen so zu unterstützen, dass diese auf lange Sicht ihr Leben eigenständig verbessern können. Durch unseren direkten Kontakt mit den Projektteilnehmern ist es besonders erfreulich die Verbesserung der Lebenssituation der Menschen hautnah miterleben zu dürfen.

Wie wählt WKP die Projektteilnehmer aus?

Uns ist vor allem der persönliche Kontakt mit unseren Projektteilnehmern wichtig. Daher sprechen wir potentielle Kandidaten auch direkt auf der Straße an und unterhalten uns vor Ort über deren Geschäft. Oftmals kommen diese aber auch zu uns.

Müsst Ihr viel Marketing betreiben, um überhaupt „gesehen“ zu werden?

Überhaupt nicht. Dafür haben wir nicht einmal ein Budget vorgesehen. Wie gesagt, wir sprechen manchmal direkt Menschen an, meistens kommen die Menschen aber auch zu uns, da sie durch andere von WKP gehört haben. Die Zinsen, die wir verlangen sind vergleichsweise sehr niedrig. Ich schätze, dass wir bis zu 80% der Anträge direkt ablehnen.

Welche Voraussetzungen muss jemand erfüllen, um überhaupt erst als Vorschlag an Global Micro Initiative weitergeleitet zu werden?

Hierbei ist sehr entscheidend, dass potentielle Teilnehmer nicht zu arm sind, da sie den Kredit sonst für Lebensmittel verwenden würden und ihn nie zurückzahlen könnten. Jedoch dürfen sie auch nicht zu wohlhabend sein, denn dann brauchen sie unsere Hilfe ja nicht. Außerdem muss eine Kandidatin auch genau beschreiben können, wofür sie den Kredit benötigt. Wir leiten dann nur solche Bewerbungen an Global Micro Initiative weiter, die auch wirklich für Geschäftszwecke genutzt werden.

Unser Auswahlprozess ist relativ aufwändig, wenn man ihn mit kommerziellen Geldverleihern vergleicht. Wie reagieren die Teilnehmer darauf?

Für manche ist es zunächst ungewohnt, dass wir auch das Zuhause besuchen. Wir erklären dann immer, dass wir mit einer ausländischen Organisation zusammenarbeiten und uns wichtig ist, die Teilnehmer kennen zu lernen. Das kommt offensichtlich gut an, denn die meisten beantragen weitere Kredite und empfehlen uns sogar weiter.

Was erhofft sich WKP durch die gemeinsame Arbeit mit GMI?

Die Global Micro Initiative unterstützt uns bei der Finanzierung und Durchführung eines großen Teils unserer laufenden Projekte. Dank dieser erfolgreichen Zusammenarbeit ist es uns möglich, einer viel größeren Bandbreite an Indonesiern einen Weg aus der Armut zu ebnen.