Interview mit Juaini von Gema Alam

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Das ist unser Interview mit Muhamad Juaini von Gema Alam, geführt von Alexander Rachor. Gemeinsam wollen wir Mikrokreditprogramme für sechs verschiedene Dörfer aufbauen.

Was ist Deine Rolle bei Gema Alam und was hat Dich motiviert Teil davon zu werden?

Ich bin einer der Gründungsmitglieder und ich arbeite Vollzeit als Projektkoordinator der Organisation. Da ich hier im Osten Lomboks aufgewachsen bin, kenne ich die die Probleme der Dörfer, die wir unterstützen sehr gut. Es war mir schon immer ein Anliegen, den dort lebenden Menschen zu helfen, sodass diese ein besseres Leben führen können. Zudem fasziniert es mich, dass wir mit unserer Arbeit nicht nur einzelne Personen, sondern ganze Dörfer unterstützen.

Könntest Du beispielhaft die Situation sowie eure Arbeit anhand eines der Dörfer beschreiben?

In einem Dorf zum Beispiel ist das Handweben eine sehr alte Tradition. Das dortige Problem besteht jedoch darin, dass die Bewohner das Kapital, das sie benötigen um das Handweben durchzuführen, von kommerziellen Geldverleihern beziehen müssen. Dieses müssen sie anschließend mit Zinsen von über 50 % zurückbezahlen. Wir möchten diese katastrophale Abhängigkeit beenden, indem wir den Dörfern das nötige Kapital in Form von fairen Kleinkrediten bereitstellen. So können die Bewohner des Dorfes ihre Lebensqualität steigern.

Welche Herausforderungen herrschen in den Dörfern und welche Folgen haben diese?

Das ist vor allem die untergeordnete Rolle der Frauen in der Gesellschaft. Dadurch hat es lange gedauert, dass die Anzahl der Teilnehmer in den Kooperativen gestiegen ist, da viele Männer ihren Frauen die Teilnahme verboten hatten.

Inwiefern pflegt Ihr den Kontakt zu den Projektteilnehmern?

Uns ist es sehr wichtig, persönlich mit den Teilnehmern in Kontakt zu treten und somit Erfahrungen und Fortschritte direkt mit ihnen austauschen zu können. Daher besuchen wir jedes der sechs Dörfer, welche wir derzeit unterstützen, regelmäßig mindestens einmal pro Woche.

Wie konnte den Dörfern bereits geholfen werden?

Es wurden bereits Kooperativen gegründet, in welchen die Teilnehmer soziale und wirtschaftliche Probleme behandeln und lösen. Wir dienen hierbei lediglich als Vermittler. In diesen Gruppen kann man zudem erkennen, dass die Frauen, die dort teilnehmen, gleichwertiger behandelt werden.

Was erhofft sich Gema Alam durch die gemeinsame Arbeit mit GMI?

Durch die künftige Zusammenarbeit mit der Global Micro Initiative, ihrer Beratung und finanzieller Unterstützung erhoffen wir uns die Situation in den sechs Dörfern langfristig und nachhaltig verbessern zu können.