Mikrokredite: Kulturelles Umfeld respektieren

IMGP0561

Gendriani ist Hindu. Sie lebt in den nördlichen Randgebieten von Balis Hauptstadt Denpasar, weit weg von den Touristengebieten. Ihren ersten Mikrokredit hatte sie pünktlich innerhalb der vereinbarten 3 Monate zurückgezahlt. Durch diesen Kredit konnte sie eine weitere Herdplatte, einen neuen Wok und weiteres Küchenequipment kaufen. So konnte sie mehr Essen in weniger Zeit kochen und dadurch bei längerer Öffnungszeit mehr Zeit für den Verkauf aufwenden. Ihr Einkommen erhöhte sich um 20 %.

Dann wurde Gendrianis Enkeltochter 3 Monate alt. Dies ist ein sehr wichtiger Tag im Leben der Hindus, denn an diesem Tag berührt das Kind zum ersten Mal den Boden. In den ersten drei Monaten wird streng darauf geachtet, dass die Babys nicht mit dem Fußboden in Berührung kommen. Um diese traditionelle Zeremonie zu finanzieren gibt jeder in der Familie dazu, was er kann. Für Gendriani war es selbstverständlich, einen Großteil der Kosten zu übernehmen, denn der Rest der Familie wohnt im ländlicheren, schwer zugänglichen Gebiet Balis und ist deshalb noch ärmer als Gendriani. Und so schloss sie für einen Monat ihr Restaurant und zog für diese wichtige Zeremonie zu ihrer Familie ins Dorf.

„Die Menschen, denen wir helfen, kennen keine Trennung zwischen privatem und geschäftlichen Vermögen“, erklärt Sanna von WKP. „Wenn für familiäre oder religiöse Verpflichtungen ein Bedarf entsteht, spielt es keine Rolle, woher die Mittel dafür kommen.“

Nach ihrer Rückkehr erhielt Gendriani aufgrund ihrer Zuverlässigkeit und ihres Einsatzes bei der Rückzahlung des ersten Mikrokredites einen zweiten Kredit, damit konnte sie im Großhandel einkaufen und ihren Laden wiederöffnen.