Tamar Center

Kartenraum

Das Tamar Center in Pattya, Thailand, ist eine kleine gemeinnützige Stiftung und wird zweimal jährlich extern geprüft. Die Organisation gibt es seit 1999 und hat meistens zwischen 6 und 8 thailändische und 3 bis 5 ausländische Mitarbeiter. Pattya ist sozusagen Thailands Hauptstadt des Sextourismus. Hier arbeiten mehr als 30 000 Prostituierte aus ärmlichen Verhältnissen, die vor allem aus dem 5 bis 12 Fahrstunden entfernten Norden des Landes stammen.
Viele dieser Frauen machen dies nur, weil sie keine andere Möglichkeit sehen, Geld für ihre Familie zu verdienen. Andere wurden bereits in sehr jungen Jahren von ihren Familien nach Pattya geschickt, um in den Bars zu arbeiten und kennen kein anderes Leben.

Tamar hilft den meist zwischen 18 und 40 Jahre alten Frauen, die aus der Prostitution aussteigen möchten. Diesen Frauen stellt Tamar kostenlose Unterkünfte zur Verfügung und die Mitarbeiter leisten psychische Betreuung. Ein- bis zweimal im Jahr werden dann Kurse durchgeführt, in denen die Frauen lernen, „zu leben“, also selbstständig Entscheidungen zu treffen und den eigenen Alltag zu gestalten.

Steffi und Daniel Vaupel arbeiten seit 2012 beim Tamar Center

Steffi Vaupel vom Tamar Center erklärt: „Die meisten unserer Teilnehmerinnen beherrschen nicht einmal die Grundlagen im Alltagsleben, weil sich ihre Zuhälter um alles gekümmert haben. Das umfasst Dinge wie, wo man was einkauft, aber auch der Umgang mit Geld.“ Die Kurse dauern drei Monate. Dabei durchlaufen die Frauen entweder verschiedene Ausbildungsstationen oder konzentrieren sich auf eine einzige: Kochen, Bäckerei, Friseur oder Nähen. Außerdem stellen sie wunderschöne Grußkarten her. Wenn der Kurs fertig ist, können die Teilnehmerinnen eine Anschlussausbildung machen. „Die waren in der Vergangenheit entweder an thailändischen Schulen, welche dann national gültige Zertifikate vergeben, mit denen die Absolventinnen dann leicht Arbeit finden“, erklärt Vaupel, „oder wir haben eine Ausbildung direkt im Restaurant des Tamar Centers durchgeführt.“

 

Was fördern wir?

Startersets

„Wenn die Frauen zum Tamar Center kommen, haben sie viele Traumata, die sie bewältigen müssen. Sie haben außerdem wenig oder gar keine Berufserfahrung, abgesehen von ihrer alten Arbeit als Prostituierte und sind es nicht gewohnt, den ganzen Tag über an einem Arbeitsplatz zu sein.
Deshalb geben wir den Frauen als Einstiegsjob mit dem Herstellen von Grußkarten eine relativ ‚leichte’ Arbeit, bei der sie sich auf kreatives Gestalten, sowie auf das Schneiden und Kleben konzentrieren müssen. Dadurch sind die Frauen beschäftigt und denken nicht zu viel an die erlebten Dinge,“ erklärt Steffi Vaupel.

Wir fördern die Startersets für neue Teilnehmerinnen. Dazu gehören alle benötigten Materialien sowie eine ausführliche Einarbeitung und Begleitung. Mit nur 50 € pro Set können wir so neuen Teilnehmerinnen erste Schritte in ein selbstständiges Leben ermöglichen.

Anschlussausbildungen

Äußert eine Teilnehmerin nach dem dreimonatigen Kurs den Wunsch, eine professionelle Ausbildung zu absolvieren, möchten wir sie darin unterstützen. Dadurch steigern sich ihre Chancen, einen gut bezahlten Arbeitsplatz zu finden und langfristig unabhängig zu leben. Da das Team des Tamar Centers jeden Fall individuell behandelt und nach optimalen Weiterbildungsmöglichkeiten für Teilnehmerinnen sucht, gibt es kein „Standartpaket“, denn die Kosten variieren je nach Ort, Art und Dauer sehr.
Steffi Vaupel über unsere Zusammenarbeit: „Die Finanzierung der Anschlussausbildungen war für uns bis jetzt immer ein Problem, denn unser Budget ist sehr begrenzt. Deshalb freuen wir uns umso mehr, mit der Global Micro Initiative einen Partner für diese Ausbildungen gefunden zu haben. Denn diese Möglichkeit bedeutet nicht nur für die Teilnehmerin eine enorme Verbesserung ihrer Lebenssituation, sondern auch für ihre Familie.“